Ein ganz normaler Abend an der Bar

Als Barmann stehe ich tagtäglich hinter dem Tresen und schenke Bier, Longdrinks und Cocktails aus. Dabei kommen mir die verschiedensten Gestalten unter – von der schicken Party-Biene bis zum einsamen Trinker ist alles dabei. Das macht den Beruf so spannend, denn kein Abend ist wie der andere und nichts ist vorhersehbar.

Neulich an der Bar

Vor einiger Zeit, es war ein Donnerstagabend im Sommer und der Laden proppenvoll, lief nichts so, wie es sollte. Es ist nicht selten der Fall, dass das Wochenende bereits am Donnerstag eingeläutet wird, doch dieses mal schien die halbe Stadt auf den Beinen zu sein. Insgesamt zählte ich drei Junggesellen- und zwei Junggesellinnenabschiede, drei Geburtstage und mindestens zwei geführte Pup-Crawl-Gruppen. Die Bar, in der ich arbeite ist nicht besonders groß, es gibt eigentlich nur die Barhocker als Sitzgelegenheiten. Diese waren natürlich alle besetzt und im Rest des Raumes drängten sich die stehenden Gäste.

Ausgerechnet an diesem Abend versagte die Technik. Die Musikanlage hatte beschlossen, den Computer nicht mehr zu akzeptieren. Da eine Bar ohne Musik aber nicht läuft, kramten wir die alten CDs aus dem Tresen hervor. Da fanden sich leider nur die Top Hits der 90er, was ich schwer zu ertragen, die feiernde Meute aber äußerst spaßig empfand. Wie viele Gläser ich klirren hörte, kann ich gar nicht sagen, auf jeden Fall war der Bestand am nächsten Tag erheblich dezimiert. Zu guter Letzt versagte auch die Zapfanlage. Mit einem lauten Knall löste sich der Schlauch, der das Fass mit der Anlage verband und spie literweise weißen Schaum und Bier aus. Die Bar, der Boden und einige der Gäste bekamen ordentlich was ab. Die störte es aber gar nicht weiter, sie hielten es wahrscheinlich für einen lustigen Partygag. Zu Glück hatte der Chef gerade einen großen Stapel neuer Handtücher vom Betzshop gekauft. So konnten wir wenigstens den Barbereich wieder in Schuss bringen.

Die Moral von der Geschicht

Niemals möchte ich meinen Job eintauschen, so anstrengend und chaotisch er auch manchmal sein mag. Gerade diese Abende, an denen nichts zu funktionieren scheint, bleiben einem doch meistens als die lustigsten in Erinnerung.